Berufung: Mama sein, und wenn das Universum dich warten lässt 

Mit spätestens 24 werde ich eine coole und junge Mama sein. Ich werde mein kleines Baby abends in meinem Arm in den Schlaf wiegen und es mit sanften Küssen auf die kleine Mini Nase bedecken. Natürlich eine kleine Prinzessin. Wie sollte es denn auch anders sein? Mein Mann wird uns verliebt zusehen und dazukommen, fehlt nurnoch der Ausblick aus den Panorama Fenstern unseres gemeinsamen Apartments in einer coolen Stadt wie Miami. Oder so. Dachte ich mit 16…

Eines Tages bin ich dann aufgewacht, 12 Jahre später, 28 Jahre alt und coole Tante eines kleines Mädchens namens Snow benannt nach dem berühmten Disney Film Snow White. Moment mal. Wo ist denn die Zeit hin? Irgendwas ist hier schief gelaufen. Wann hab ich denn den pinken Zug nach Wunderland verpasst, in dem alles so läuft, wie man es gerne hätte? Und wer hat mich denn gefragt, als das Leben sich gedacht hat, nein, so läuft das nicht? Ich war sauer. Frustriert. Ja, ich fühlte mich vom Leben regelrecht ungerecht behandelt. Und wo war überhaupt der Traumprinz, der mir am Strand einen Ring an den Finger steckte und aussah wie mein persönliches Supermodel? ( wie ich ihn dann trotzdem traf, ist ein ganz anderes Thema, das ich in einem anderen Blogbeitrag mit euch teilen werde)

Die Mutter meiner zuckersüßen Nichte Snow heißt Sarina und ist meine Zwillingschwester ( Life with Snow Blog). Unsere Eltern haben uns stets gleich behandelt. Bekam ich etwas, bekam meine Schwester das selbe und umgekehrt. Durch dick und dünn sind wir gegangen, und unsere Kinder, die würden natürlich möglichst am gleichen Tag geboren werden. Und jetzt bekam sie dieses Geschenk, und ich musste mich der Geduld üben. Am liebsten wollte ich wie ein kleines Kind schmollen gehen. Das meine Schwester die Creme de La Creme auf Erden verdient muss ich nicht erwähnen. Ich teile hier meine persönliche Journey und die Hochs und Tiefs, durch die ich gegangen bin und wie ich sie bewältigt habe.

Nun gut, das Leben hatte mich überrascht. Mir nicht genau das gegeben was ich wollte und immer dachte selbstverständlich zu bekommen. Und ich lernte eine harte Lektion: das Leben lässt sich nicht planen. Du erhältst dein Geschenk dann, wenn du bereit dafür bist. Wenn du deine Lektion gelernt hast, an deinem Weg gewachsen bist und dann dein Glück auch ordentlich zu schätzen weißt. Alles zu seiner Zeit.

Meine Schwester heiratete mit 25, bekam ein Jahr später eine wunderschöne kleine Tochter und jeden Tag wenn ich Facebook öffnete schien eine andere Freundin zu verkünden, das sie schwanger sei oder heiraten würde. Unterdessen stand ich am Rand, schaute zu wie sich das Karussell namens Leben drehte und ich war irgendwann rausgeschmissen worden, ohne es zu merken. So fühlte es sich zumindest an. Das Leben schien unfair zu sein. Ich war frustriert und traurig.

Ich erlebte eine gescheiterte Beziehung nach der anderen, jeder Prinz entpuppte sich nach kurzer Zeit als Arschloch, und eine gescheiterte Verlobung und viele Tränen später entschloss ich mich, mich auf mich zu konzentrieren und an mir zu arbeiten.

Ich hatte dieses Visionboard gebastelt, von welchem in der berühmten Dokumentation “the Secret” die Rede ist (absolute Empfehlung!) dort pinnt man alles hin, was man für die Zukunft visualisiert und einmal erreichen möchte. Manchmal wollte ich dieses Ding zerstören. Mal hatte ich Fantasien, es mit voller Wucht auf den Boden zu schlagen, mal wollte ich jedes Foto einzeln verbrennen. Hab ich nie gemacht. Gott sei dank. Das Board habe ich immernoch.

Ich bin noch nicht ganz am Ziel angekommen, aber dies sind die Dinge, die ich getan habe und an denen ich gearbeitet habe, um meinen Blickwinkel wieder in die richtige Richtung zu lenken, eine positivere Denkensweise anzunehmen und mein Leben genauso so zu lieben, wie es ist:

  • Wenn man traurig ist und sich auf die Unzufriedenheit fokussiert, verpasst man den Zauber des hier und jetzt. Ich versuche dankbar zu sein für alles was ich heute habe, um für die Zukunft ein besserer Mensch zu sein
  • Bücher lesen. Ich habe mir damals einige Bücher bei Amazon bestellt, die sich mit diesen oder ähnlichen Themen beschäftigen und aufzeigen, warum alles gut ist, wie es heute ist.
  • Das Positive sehen. Obwohl ich eine große Familie habe mit vielen Cousins und Cousinen, die alle Kinder bekommen haben (wie sollte es auch anders sein?!) war ich nie in täglichem Kontakt mit den kleinen, da meine Familie nicht hier wohnt. Babys waren totales Neuland für mich. Durch meine kleine Schneeflocke hab ich jetzt die Chance, mir vieles von meiner Schwester abzugucken, von ihren Erfahrungen zu lernen und an der kleinen zu üben, wie man Windeln wechselt (schon ein bisschen ekelig hihi, man gut, dass ich das nicht machen muss! Und schon wieder was positives gefunden!
  • Kein anderer ist wie du, und kein anderes Leben ist wie deins. Mein Weg und meine Reise ist meine, und das hat seine Gründe und ist auch gut so, das Universum hat sich schon was dabei gedacht. Womit wir beim nächsten Punkt wären…
  • … das Leben hat einen Plan für mich. Ich war noch nie so gut im Vertrauen. Aber ich lerne noch heute täglich, dem Leben zu vertrauen. God doesn’t plant a desire in your heart that he won’t fulfill one day
  • Darüber sprechen. Ich habe viele meiner Gefühle geteilt mit Vertrauenspersonen, die genau wissen , wie ich mich fühle und deren Meinung und Ratschläge einen riesigen Stellenwert für mich haben. Am meisten hat mir geholfen wenn einfach jemand da war der gesagt hat: ich verstehe dich. Das hat schon gereicht, um mich besser zu fühlen.
  • der Weg ist das Ziel

Ich habe das Glück das ich sehr sehr viel von meinem Freund gelernt habe (den ich irgendwann auf dem Weg kennenlernte) und er meiner Einstellung und Sichtweise in vielen Dingen einen neuen Blickwinkel verliehen hat. Und auch dafür bin ich sehr dankbar. Vorher hab ich gedacht ich müsste einen Mann kennenlernen, der mir endlich alle meine Träume erfüllt. Da wusste ich noch nicht, dass es viel wertvoller wäre, jemanden zu treffen der mir nicht an aller erster Stelle ein Baby macht und mir einen Ring an den Finger steckt ( obwohl ich natürlich trotzdem hoffe, dass das irgendwann passiert) sondern jemanden der in erster Linie mich verändert, und zwar zum besseren. Damit ich der Mensch sein kann, den meine zukünftigen Kinder verdient haben.

Und bis dahin, hab ich mich entschlossen wieder ins Karussell einzusteigen. Und die Fahrt zu genießen.

Habt ihr ähnliche Gefühle gehabt oder seid durch etwas ähnliches gegangen? Wie geht ihr mit einem (noch) unerfüllten Kinderwunsch um? Teilt es mir in den Kommentaren mit 🙂

2 thoughts on “Berufung: Mama sein, und wenn das Universum dich warten lässt 

  1. Dein Blog ist unfassbar toll – du schreibst mit so viel Gefühl und Herz ❤️ ich mag solche Menschen die so viel fühlen können ❤️ Danke das du diese tollen Beiträge hier verfasset ich werde gespannt immer und immer weiterlesen ❤️ Du hast eine sehr tolle Ansichtssache den Dingen gegenüber sehr tiefgründig das mag ich .. ein großes Kompliment für diesen überaus gelungen stilvollen und schönen Blog ( : Respekt 👏🏾😊

    Ich bin schon mama eines wundervollen und entzückenden Sohnes namens Nick ; bei mir sollte es von jetzt auf gleich sein 👼🏼♥️

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    • Liebe Anna-Lena. Danke für dieses tolle Feedback. Es bedeutet mir sehr viel und macht mich sehr stolz, dass du meine Beiträge so gerne liest. Das motiviert, weiter zu machen! Vielen Dank ❤️

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